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aja rundum ajas Arbeitswelt 2
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Fortsetzung Teil 2: Die goldenen Zwanziger

     

Was für eine Befreiung, nicht mehr werktags in die Arbeits-Räucherkammer zu müssen. Jetzt beflügelte einen förmlich schon das Wort Arbeit, besonders wenn Englisch dazugehörte. Englisch war und ist eine von ajas Neigungen. Die Liebe zum Englischen begann in der Jugend während eines Sprachurlaubs in King's Lynn, an der englischen Ostküste, in der Grafschaft Norfolk. Hier sprachen die Menschen nicht, sie sangen beinah. Der Englischlehrer war nach den Ferien nicht vom adaptierten Dialekt angetan: "Speak Oxford-English, not such common slang, please."

Mit Zeitverträgen und diversen Jobs machte aja den beruflichen Frei-, Fahrten- und Jugendschwimmer am schönen Niederrhein. Die Einkommen hielten eine junge Frau gut über Wasser: Sachbearbeiterin, Sekretärin, Telefonistin, Empfangsdame, Volkszählungs-Auswerterin, Weiterbilderin, Kellnerin — bis zum aufreibenden Job eines Road-Managers.

Ein halbes Jahr lang betreute aja persönlich britische Bands und Artisten im Auftrag eines Agenten. Die zuvor in Diskotheken gebuchten Gigs wurden brav nach Tourplan angefahren. Das hieß für aja als Letzte ins Bett (zwischen 2 und 3 Uhr) und als Erste aus den Federn, gegen 6.30 Uhr. Das zehrte an des Lebens Nerv. Hüten Sie mal einen Sack voller Flöhe, die gleichzeitig Diven sind und wie rohe Eier behandelt werden wollen.

So sind Künstler, und erst recht solche, die sich dafür halten. "Aah, ich muss noch eine neue nutritious Nightcream buyen, sonst isch krieg crowfeet um die Augen.", stöhnt die männliche, blondierte Madonna vom Rücksitz. "Heute will  i c h  mal vorne sitzen.", wie im Kindergarten — nur schlimmer. On the road hieß tagsüber die Künstler bei Laune halten, Auto oder Kleinbus fahren, mit der Disko die Ankunft abstimmen, bei Ankunft aufbauen, Soundcheck und stets beten, dass alles glatt läuft.

Das tat es natürlich nicht immer. Unvergessen die Ersatzteil-Beschaffung auf Heidelberger Schrottplätzen für einen englischen Ford Transit, dessen Gewinde leider auch englisch waren — also für unsere Verhältnisse falsch herum. Der rote Transit wurde mit wenig Ersatzteil und viel Gaffer-Tape direkt vom Bassisten repariert. Und überstand tadellos die Rückfahrt nach Birmingham.

Eingehend Bekanntschaft gemacht wurde mit Autobahnen und Absteigen. Letzteres war das tägliche Überraschungs-Ei. Eine bestimmte Zimmer-Kombination gab der Agent den Veranstaltern vor, aber nicht die Sternchen-Kategorie. Von Bruchbude bis Sheraton war alles dabei. Meistens war es schon Luxus, überhaupt ein Bett zu sehen. 

Dafür zahlte sich im Anschluss der häufige Umgang mit Engländern aus. Es gab für aja einen Traumjob: Assistentin des Sekretärs des REME Quality Management (REME: Royal Electrial and Mechanical Engineers). Nette deutsche und englische Kollegen, angenehme Arbeitszeiten, gutes Geld. Vom "Cup o' tea, love?", über leasure friday und aid & fun runs lernte aja viel über den Englischen Humor, das Arbeiten und die Art, Feste zu feiern.